Bauen sichert Wiens Zukunft
Über 7.000 Installateure sichern in Wien das persönliche Wohlfühlen der Wienerinnen und Wiener. Die 900 Installateur-Fachbetriebe in der Bundeshauptstadt (3.500 Österreichweit) kümmern sich um das Heizen, Baden und Lüften genauso wie um Energieeffizienz und barrierefreie Bäder. Bundesinnungsmeister Ing. Michael Mattes über die Vielfältigkeit des Berufs: „Die technischen Standards haben sich in den letzten zehn, fünfzehn Jahren rasant weiterentwickelt. Zusätzlich trägt die weltweite Ökologisierung dazu bei, dass die Menschen beim Einbau von Heizungs- oder Kühlsystemen vorher nachdenken, wie viel Energie sie brauchen werden.“
Die über 600.000 veralteten Heizkessel in Österreich, die über 15 Jahre alt sind, gehören zu den Sorgenkindern von Mattes. Mit modernen Heizgeräten – in Kombination mit thermischen Solaranlagen oder Wärmepumpen – könnte ein Gutteil der geforderten Energieeinsparungen erreicht werden. Bundesweit wird nun eine verpflichtende Inspektion von Heizgeräten, die älter als 15 Jahre sind, eingeführt. Damit soll die Bevölkerung sensibilisiert werden, wie viel Energie ihre Heizung verbraucht oder ob das Gerät so überdimensioniert ist, dass es vor allem den Kamin unnötig heizt.
In Wien werden derzeit Gas-Brennwertgeräte für Wohnungen gefördert, die Industrie unterstützt zusätzlich diese Aktion. (Mehr Infos: www.erdgas-brennwerttechnik.at).
Der Brennwertkessel stellt die modernste Heizkesseltechnologie für das Verbrennen von Erdgas bzw. Erdöl dar und kann sowohl zum Heizen als auch zur Brauchwasserwärmung genutzt werden. Brennwertkessel haben – verglichen mit konventionellen Heizkesseln – eine um 10-20% bessere Energieausnutzung. Dieser hohe Wirkungsgrad wird erreicht, da auch die in den Abgasen enthaltene Wärme genutzt wird.
Neben den ökologischen Aspekten sind es vor allem Gedanken zur Kostenentwicklung, die den Blick auf moderne, energiesparende Wärme- und Kältesysteme lenken.
Wärmepumpen können mit einer kleinen Photovoltaikanlage unterstützt werden. Solaranlagen können zur Warmwassergewinnung und zur Heizungsunterstützung eingesetzt werden. Hier sollte man realistisch denken: Was nützen große Kollektorflächen, wenn man die gewonnene Wärme nicht entsprechend nutzen kann?
Neu am Markt sind zum Beispiel auch Hybrid-Heizanlagen. Das Gerät arbeitet nach dem Absorptionsprinzip. Es nutzt den physikalischen Effekt der Reaktionswärme bei der Mischung eines umweltneutralen Kältemittels mit Wasser. Die für diesen Prozess benötigte Energie wird einerseits über Erd- bzw. Flüssiggas zugeführt und andererseits aus der Umwelt genommen. Die neue Technologie der Gasabsorptionswärmepumpe senkt erheblich den Energieverbrauch und leistet zu dem eine Arbeit von zwei Mechanismen. Die Kombination aus Gasbrenner, Erdsonde und Abgaswärmetauscher bietet ein neues Einsatzspektrum in der energiesparenden Anwendung von Heizung und Kühlung im Leistungsbereich von 40 bis 400 kW. Im Winter wird aus der Natur die Wärme entzogen und zum Heizen der Räume verwendet. Mit dem Umschalten auf den Kühlbetrieb im Sommer wird die überschüssige Wärme der Natur wieder zurückgeführt. Mit einer Sole- oder Wasserwärmepumpe ist eine gleichzeitige Nutzung von Wärme und Kälte möglich. Gewerbebetriebe mit kleinen Kühlhäusern verwenden die Gasabsorptionswärmepumpe zum Heizen der Geschäftslokale oder Büroräume und nutzen die Gratiskühlung der Lagerräume.
Für Innungsmeister Mattes sind derartige Kombinationen von Systemen der zukunftsweisende Weg.
Eine weitere Alternative zu herkömmlichen Heizsystemen können gasbetriebene Mini-Blockheizkraftwerke (kurz: Mini-BHKW) sein. Anders als in zentralen Kraftwerken liefern diese Aggregate gleichzeitig Wärme und Strom - und das in nur einem kompakten, anschlussfertigen Gerät in der Größe eines handelsüblichen Gasheizkessels.
Nach dem Prinzip der Kraft-Wärme Koppelung wird die bei der Stromerzeugung mittels Gas-Verbrennungsmotor entstehende Abwärme direkt zur Warmwasserbereitung und zum Heizen verwendet. Leitungs- und Transportverluste entfallen, da Strom und Wärme dort erzeugt werden, wo sie auch genutzt werden.
Mini-Blockheizkraftwerke reduzieren den Energieverbrauch um mehr als ein Drittel. Ein weiterer Pluspunkt: der CO2 Ausstoß wird um 60 Prozent verringert. Kostenpunkt eines Mini-BHKWs: je nach Gerät, Installationsaufwand und Zubehör rund 15.000,- Euro.
Im Bad geht der Trend stetig hin zur Wellness zuhause. Für einen kreativen Badplaner ist dazu kein riesiges Badezimmer nötig.
In jedem Bad – und sei es noch so klein - steckt das Potenzial für einen Ort der Erholung und Entspannung. Ihr Installateur präsentiert Ihnen nach der genauen Analyse Ihrer Raumverhältnisse eine fundierte Badplanung inklusive Kostenvoranschlag. Farbwahl, Licht und natürlich platzsparende Einrichtungen sind bei Minibädern besonders wichtig, um sie visuell in Szene zu setzen. Bei vielen Installateuren haben Sie in einem Schauraum die Möglichkeit, die verschiedensten Lösungen "hautnah" zu erleben. Die Besichtigung der Schauräume des Sanitär-Großhandels ist ebenso möglich.
Speziell für die ältere Generation und für Personen mit eingeschränkter Bewegungsfreiheit bedeutet ein barrierefreies Badezimmer eine enorme Steigerung der Lebensqualität. Um Gefahren zu vermeiden, sind folgende Lösungen empfehlenswert: große Duschtassen mit niedriger Einstiegshöhe, Individuell angepasste, stabile Haltegriffe, ausklappbare Sitzgelegenheiten im Duschbereich, Stufenfreiheit und Wannentüren/Wannenlifte
Für viele Maßnahmen gibt es hilfreiche Förderungen (zB. Brennwertförderung in Wien, Solar- und Wärmepumpenförderungen, Barrierefreies Bauen, etc.). Die Förderungen sind in den Bundesländern oft sehr unterschiedlich. Der Fachmann berät und begleitet seine Kunden bei der Abwicklung von Förderanträgen. Für Bundesinnungsmeister Mattes wäre eine Vereinheitlichung der verschiedenen Fördersysteme eine erhebliche Erleichterung.
Für Innungsmeister Mattes ist klar, dass die vielfältigen modernen Anforderungen an seinen Berufsstand mit dem Biegen von Kupferrohren und dem Austauschen von Armaturen nur mehr wenig zu tun hat. „Wir bieten jungen technikbegeisterten Menschen mit dem modularen Lehrberuf Installations- und Gebäudetechniker eine sichere und spannende Zukunftschance. Ein moderner Installateur ist nicht nur als Energieberater aktiv, sondern auch als jener Techniker, der die Zusammenhänge in einem Haus plant und kennt.“



